Feuerwehr Rostock

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Chronik & Ausbildung von der Berufsfeuerwehr Rostock

 

 

  Die Gründung der Feuerwehr Rostock
Laut Ratsbeschluss vom 29.09.1866 wurde am 01.10.1866 die erste Pflichtfeuerwehr in Rostock gegründet, an deren Spitze Branddirektor Julius Studemund stand. Die erste Hauptfeuerwache wurde in einem alten Herrenstall untergebracht. Am 7.12.1905 verfügte der Rat der Stadt Rostock den Bau eines Zentralfeuerwehrdepots auf dem Vögenteichplatz. Ende 1906 war der Bau fertig gestellt. Am 01.07.1908 wurde die Berufsfeuerwehr Rostock gegründet. Sie setze sich zusammen aus: 1 Brandinspektor, 1 Feuerwehrfeldwebel, 4 Oberfeuerwehrleuten, 27 Feuerwehrleuten und 8 Fahrer. Die Stadt Rostock bildete zum Löschen des Feuers sowie zu Realisierung aller sich aus der Brandbekämpfung ableitenden Maßnahmen spezielle Mannschaften. Verpflichtet wurden: Berufsgruppen der Zimmerleute, Maurer, Matrosen, Schornsteinfeger und weitere Berufsgruppen aus technischen Berufszweigen.
 

ALLMÄHLICHE UMRÜSTUNG DER EINSATZWAGEN:

 

1908 - Magirus Drehleiter, 1909 - zweite Dampfspritze,

1910  - erster Krankenwagen, 1912 - elektromobile Dampfspritze,

1913 - zweiter Krankenwagen, 1916 - Motorschiffspritze,

1920 - Autokrankenwagen, 1923 - erste Autospritze

 

DIESER ALARMBEREITE ERSTE ABMARSCH WURDE BESETZT MIT:

 

3 Oberfeuerwehrleuten,  9 Feuerwehrleuten, 3 Fahrern, 6 Pferden

 

ALS SACHLICHE LÖSCHMITTEL STANDEN DER FEUERWEHR ZUR VERFÜGUNG:

 

10 Pferde,  2 Land-Dampfspritzen, 1 Schiffs-Dampfspritze,

 2 Maschinenleitern, 2 Tender, Personenwagen,

2 Landspritzen, 1 Krankenwagen

 

1908 Feuerwehrdepot am Vögenteichplatz

Bildquelle: Privat

 

1908 Feuerwehrdepot am Vögenteichplatz

Bildquelle: BRA

 

Handdruck-Feuerspritze

Bildquelle: BRA

 

1573 Gründungsurkunde der Feuerwehr Rostock

Bildquelle: BRA

 

1932 Feuerwehrdepot am Vögenteichplatz

Bildquelle: Privat

 

 

 

 

 

  Die Feuerwehr Rostock im Dritten Reich

Braune Schatten legten sich im Jahr 1933 nach der Machtergreifung der Nazis auf die Feuerwehr Rostock. Als erste Maßnahme des braunen Terrors wurden missliebige Feuerwehrleute aus dem Dienst entfernt, z.B. Juden, Sozialdemokraten oder Kommunisten. Am 10. Mai 1933 erfolge, unter Aufsicht der Feuerwehr, auf dem Vögenteichplatz die Bücherverbrennung. Während der Reichskristallnacht setzten die Nazis jüdische Häuser und Geschäfte in brand. Die Feuerwehr schaute tatenlos zu. In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1942 wurde Rostock durch britische Bomber so gut wie zerstört. Innerhalb kürzester Zeit brannten fast 1000 Häuser. Wassermangel und Phosphorbomben führten zur fast totalen Zerstörung Rostocks.  In den letzten Kriegstagen wurde die Feuerwehr dafür Missbraucht Brücken zu sprengen, um den Vormarsch der Roten Armee aufzuhalten. Die beiden Feuerwehrleute Karl Lübbe und Friedrich Langschwager verhinderten durch ihren mutigen Einsatz die Sprengung der Mühlendammbrücke und der Petribrücke.

   
 

1942 eine Brandruine in Rostock

Bildquelle: Bundesarchiv

 

 

 

 

 

 

Die Feuerwehr Rostock nach 1945
Mit dem Befehl Nr. 1 des Militärkommandanten der Stadt vom 5. Mai 1945 erfolgte die Verpflichtung der 14 sich noch in der Stadt befindlichen ehemaligen Feuerwehrleute zur Wiederaufnahme des Dienstes. Wiedereingestellt wurden ebenso die seinerzeit von den Nazis entlassenen Feuerwehrmänner, die der KPD und der SPD angehörten und es gab erste Neueinstellungen. Kommissarischer Leiter wurde Willy Hoff, der zu jenen 14 Feuerwehrmänner gehörte, die am 30. April 1945 in der Stadt verblieben waren. Betrug die Personalstärke im Mai 1945 noch 25 Feuerwehrleute, so waren es im Mi bereits 55 Personen. Am 13. August 1945 machte der Leiter der Feuerwehr, Zander neue Stellenplanvorschläge. Die Stärke der Berufsfeuerwehr sollte durch die Beschäftigung von neun Zivilbeschäftigten, drei Autoschlosser, viel Telefonisten und zwei Frauen Reinigungskräfte auf 60 Personen erhöht werden.Die Aufstellung der Feuerwehr war eine für die Stadt lebenswichtige Aufgabe. Die schlechte Versorgungslage in dieser Zeit machte es unmöglich, jeden Feuerwehrmann komplett auszurüsten. Es gab keine Uniformen und kein festes Schuhzeug. Lediglich Schutzanzüge aus dem Sortiment der Arbeitsbekleidung wurden über die Zivilsachen getragen.Am 1. Dezember 1947 kündigte der Minister für Handel und Versorgung der Landesregierung Mecklenburg an, dass noch im Dezember 18 Uniformen und 21 halblange Mäntel zur Verfügung gestellt würden. Aus künftigen Einfuhren sollten 30 Paar Lederarbeitsschuhe geliefert und in Zukunft die Versorgung mit Textilien und Schuhwerk durch den FDGB erfolgen.Mit der Gründung der DDR1949 begann ein neuer Entwicklungsabschnitt für die Feuerwehr Rostock. Eine Reorganisation der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren erschien notwendig. Im Ministerium des Innern wurde die Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei gebildet. Dieser Hauptabteilung wurden am 1. Januar 1950 die bis dahin den örtlichen Staatsorganen unterstehenden Landes- und Kreisbrandschutzämter und die und die Berufsfeuerwehren unterstellt. In der Hauptverwaltung der Deutschen Volkspolizei wurden die Hauptabteilung Feuerwehr und in den Landesbehörden der Deutschen Volkspolizei (DVP) und in allen Kreisämtern der DVP Abteilungen Feuerwehr gebildet. Mit dieser zentralen Unterstellung waren Vorraussetzung zur einheitlichen Führung der Feuerwehren gegeben. Das Gesetz zum Schutze von Brandgefahren vom 18. Januar 1956 wurde das erste Brandschutzgesetz der DDR. Es hob die bis dahin geltende Verordnung über das Brandschutzwesen der Länder des sowjetischen Besatzungszone Deutschlands vpm 28. August 1949 auf. Über das richtige Brandschutzverhalten und die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren. Die Existenz der Neptunwerft, der Bau der Warnowwerft und des Überseehafens machten die Einrichtungen von der Betriebsfeuerwehrkommandos erforderlich und führten zur Schaffung des Kommandos Feuerlöschboote. Mit der Verabschiedung eines neuen Brandschutzgesetzes am 19. Dezember 1974 wurde der Bradschutz vollinhaltlich zum Anliegen der sozialistischen Gesellschaft. Der Brandschutz wurde Bestandteil der staatlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen zur Gewährleistung von Ordnung, Disziplin und Sicherheit.

 

   
 

1983 Erich-Schlesinger-Straße aus der Luft (Feuerwache 1)

Bildquelle: BRA

 

1987 Diensthabende Wache in der Erich-Schlesinger-Straße (Feuerwache 1)

Bildquelle: BRA

 

1982 Leistungsüberprüfung der Feuerwehren

Bildquelle: BRA

 

1982 Leistungsüberprüfung der Feuerwehren

Bildquelle: BRA

 

Einsatzfahrzeuge 50-er bis 70-er Jahre

 

 

Baujahr 1963 Gerätewagen auf Fahrgestell S 4000

Bildquelle: BRA

Baujahr 1965 Schlauchwagen auf Fahrgestell S 4000

Bildquelle: BRA

     
 

Baujahr 1967 Atemschutzgerätewagen auf Fahrgestell S 4000

Bildquelle: BRA

Baujahr 1969 Drehleiter auf Fahrgestell W50

Bildquelle: BRA

     
 

Baujahr 1979 Rettungsgerätewagen auf Fahrgestell W50

Bildquelle: BRA

Baujahr 1979 Autodrehkran 12,5 t

Bildquelle: BRA

     
 

1970 der Fuhrpark von der Feuerwache am Vögenteichplatz

(alte Wache) Bildquelle: BRA

1988 der Fuhrpark von der Feuerwache Südstadt

(jetzige Wache) Bildquelle: BRA

 

 

 

 

 

  Rostocks Feuerwehr heute
Mit der Wiedervereinigung vollzog sich für die Feuerwehr Rostock ein weiterer Wandel. Dieser Wandel führte dazu, dass die Feuerwehr nicht mehr der Polizei unterstand, sondern ein eigenständiges Fachamt bildete. Am 01.01.1991 wurde das Brandschutz- und Rettungsamt gegründet und seit 1992 unter der Leitung von Branddirektor Wilfried Behncke, geführt. Diesem neugebildeten Amt wurde das Kommando Feuerlöschboote (heute die Feuerwache 2), sowie die Betriebsfeuerwehr im Überseehafen (heute Feuerwache 3) unterstellt. Schon kurze Zeit nach der Wiedervereinigung musste die Feuerwehr Rostock viele Einschnitte verkraften. Von den 3 bestehenden Feuerlöschbooten wird bis heute nur noch ein Boot, das FLB 40-3, betrieben. Mit dem Neubau der Feuerwache 2 im Stadtteil Lütten Klein wurde das ehemalige Kommando Feuerlöschboote endgültig aus der Feuerwache See ausgegliedert. Heute dient die Feuerwache See der Aus- und Fortbildung.
   
 

2012 Löschzug von der Feuerwache 3 im Überseehafen

Bildquelle: www.feuerwehr-hro.de

 

Feuerlöschboot ist bis heute noch in Dienst (FLB-3)

Bildquelle: Bundesarchiv

 

 

Ausbildung zur Einstellung bei der Berufsfeuerwehr Rostock

 

- Real- bzw. Hauptschulabschluss

- Abschluss einer Gesellenprüfung oder für den Feuerwehrdienst geeignete Spezialausbildung

- zwei Jahre praktische Berufserfahrung

- Voraussetzungen für Ernennung zum Beamten erfüllen

- gesundheitliche und körperliche Fit

- Fahrerlaubnis Klasse B

- Schwimmabzeichen in Bronze

 

Die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann im mittleren Dienst dauert zwei Jahre und schließt die Ausbildung zum Rettungssanitäter mit ein. Ständige Fortbildungsmaßnahmen sind erforderlich, um den Anforderungen gerecht zu werde. Dazu kommen sehr hohe Anforderungen an die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Jeder Angehörige muss seine Atemschutztauglichkeit alle zwei oder drei Jahre in einen Gesundheitscheck nachweisen.

 

Wollen Sie sich auch bei der Berufsfeuerwehr Rostock bewerben? Schauen Sie einfach auf rostock.de mal nach ob eine aktuelle Stellenausschreibung in der Liste vorhanden ist.

 

Link: STELLENAUSSCHREIBUNGEN

 

 

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